Guter Schlaf

Guter Schlaf mit der Naturheilkunde nach Kneipp

Der gesunde Mensch hat ihn meist: den guten Schlaf. Aber auch er hat immer wieder einzelne Nächte, in denen er nicht gut schläft. Das ist meist unproblematisch und sollte nicht überbewertet werden. Wann jedoch wird ungenügender Schlaf oder häufige Schlafunterbrechungen zum Problem? Nun, dies ist (leider) individuell zu sehen. Der eine leidet massiv unter den Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen; für den anderen sind dieselben Schwierigkeiten scheinbar kein Problem.

Damit wird klar, dass wir eine möglichst objektive Sichtweise auf diese Thematik benötigen. Und die gibt es auch tatsächlich. Dazu ist es wichtig zu wissen, dass ausgeprägte Schlafstörungen nicht unbedingt keine eigenständige Krankheit sind, sondern auch nur ein Symptom darstellen von etwas tieferliegendem darstellen können. Möglich ist auch ein Warnhinweis des Körpers auf eine andere Störung – und diese Störung gilt es dann zuallererst herauszufinden und zu behandeln.

Problematisch ist bei Schlafstörungen immer der chronische Zustand, also ein nicht ausreichender Schlaf über längere Zeit (über mehrere Wochen oder gar Monate). Denn dies wird zu einer zunehmend herabgesetzten geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit führen.

Schlafstörungen können auch ein erster Hinweis auf einen chronischen Stresszustand darstellen. Dieser Zustand, auch als „Neurostress“ oder „Stresskrankheit“ bezeichnet, schädigt dann auf Dauer den Organismus. Er kann zu organischen Schädigungen, z.B. der Nebenniere oder des Gehirns führen. Auch das Risiko, z.B. an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes zu erkranken, ist deutlich erhöht. Die Gefahr der Entstehung eines Burnouts ist hierbei ebenfalls gegeben.

Ursachen für Schlafstörungen

  • Organerkrankungen (z.B. Herz- und Lungen, Rheuma)
  • Psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Angststörungen) 
  • Schlafapnoe-Syndrom
  • Abendlicher Kaffee- oder Schwarzteegenuss
  • Viel Alkohol am Abend
  • Große Mahlzeiten wenige Stunden vor der Nachtruhe
  • Sorgen?; Konflikte?; Ärger?; Beziehungsprobleme?; hohe Anspannung?; hoher, lang andauernder Stresslevel?
  • Zu hohe Schlafzimmertemperatur (Empfehlung: zwischen 16° und 18°C)
  • Zu weiche, durchhängende Matratze und deshalb ungünstige Schlafposition
  • …………

Formen

  1. Einschlafstörungen
    Eine große Gruppe der Betroffenen leidet darunter, dass sie erst gar nicht einschlafen können. Sie liegen lange wach und schlafen erst spät in der Nacht ein.
  2. Durchschlafstörungen
    Die zweite Gruppe kann in der Regel gut einschlafen, aber wacht dann mitten in der Nacht auf und liegt dann stundenlang wach im Bett.

Diagnose von Schlafstörungen

  • ausführliche Anamnese (Vorgespräch)
  • körperliche Untersuchung
  • evtl. Bestimmung der Herzfrequenzvariabilität
  • evtl. Blutlabor entsprechend der Anamnese und der körperlichen Untersuchung
  • evtl. Einbeziehung von Facharzt zwecks Schlaflaboruntersuchung

Therapie

Wir behandeln Schlafstörungen mit dem ganzheitlichen Instrumentarium der Naturheilkunde nach Kneipp. Die 5 Elemente dieses Naturheilverfahrens sind im Folgenden, angepasst an Schlafstörungen, aufgeführt. Wichtig ist bei der Therapie zu wissen, dass sie aus einem Mix aus kurz- und eher mittelfristig wirkenden Maßnahmen besteht. Um die grundlegenden Ursachen zu behandeln, kann es auch notwendig sein, die Maßnahmen im Rahmen einer mehrere Wochen dauernden, ambulanten Kur durchzuführen. Der Vorteil der naturheilkundlichen Maßnahmen nach Kneipp liegt darin, dass viele der Maßnahmen schnell erlernt und dann eigenständig im eigenen häuslichen Bereich durchgeführt werden können.

1. Wasseranwendungen

Prinzip: „Ein stark durchblutetes Gehirn schläft schlecht. Alles, was das Blut vom Gehirn ableitet, wirkt schlaffördernd.“

ABENDS (zum Einschlafen):

bei warmen Füßen:

· Wassertreten
· Kniegüsse (kalt)
· Nasse Strümpfe

bei kalten Füßen:

· für warme Füße sorgen durch temperaturansteigendes Fußbad
· 1–2 mal pro Woche mildwarmes Vollbad (mit Zusatz von Fichtennadel, Melisse, Lavendel oder Baldrian)
· Saunabesuch

und auch:

· Leibwaschung, kalt
· Leibauflage, kalt

Wer eine Durchschlafstörung hat, darf sich in diesem Fall freuen: Der Zeitpunkt des Aufwachens ist meist genau die richtige Zeit für eine Kneipp-Anwendung. Andere müssen dafür in einer Kur extra geweckt werden – Sie wachen von allein auf. Das hat doch auch etwas Gutes :-) !

MORGENS (zum Wachwerden)

· Kneipp'sche Waschungen
· Güsse (kalt)
· Armbad (kalt)

2. Heilpflanzen

mit beruhigender Wirkung

· Baldrian (Tee)
· Hopfen (Tee)
· Melisse (Tee)

3. Ernährung

· Abendmahlzeit nicht zu spät einnehmen (z.B. vor 19:00 Uhr)
· Abends eher leichte Kost (z.B. Gemüse, Kartoffeln, Quark)
· Schlummertrunk aus Milch und etwas Honig zur Nacht (bei Einschlafstörung)

4. Bewegung

· Bei Verspannungen Massagen verschreiben lassen
· Für Ermüdung durch körperliche Leistung tagsüber sorgen, z.B. durch

o   körperliche Arbeit (im Garten, im Haus etc.)
o   Bewegungsübungen, Gymnastik, Tanzen
o   Ausdauersport betreiben, z.B. zügiges Gehen, Wandern, Schwimmen,
o   Keine hohe körperliche Belastung am Abend (z.B. ab 19:00 Uhr)

5. Lebensstil

· Beseitigung der Störfaktoren im Schlafraum (Handy etc.)
· Passendes Bett und Matratze, große Bettdecke
· Schlafritual verändern, z.B. vor dem Einschlafen Lesen eines Buches oder Hören entspannender Musik
· zeitig aufstehen, egal, ob man sich ausgeschlafen fühlt oder nicht
· Mittagsruhe nur kurz (15 – 30 Minuten)
· Entspannungsmaßnahmen, z.B. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen erlernen
- 3 positive Dinge des Tages abends in ein Tagebuch aufschreiben

6. Sonstiges:

  • Synthetische Schlafmittel (Medikamente) nicht abrupt absetzen, sondern stufenweise reduzieren bei gleichzeitigem Einsatz der Naturheilmittel
  • Ein Fokus bei den Schlafstörungen liegt auf dem Körpergewicht. Bei Übergewicht verbessert eine Gewichtsabnahme oft die Schlafqualität.

Empfehlung

Die oben genannten Punkte sind als Empfehlungen anzusehen. Bei leichten Schlafstörungen können einzelne Punkte daraus herausgegriffen und auf deren Wirksamkeit getestet werden.

Bei schwereren oder chronischen Schlafstörungen empfiehlt sich zusätzlich die Hinzuziehung eines Therapeuten. Dies ist erstens wichtig, um die zugrundeliegende Ursache zu finden. Zweitens, um bei schwereren Verläufen einen individuell angepassten Therapieplan mit einem individuell abgestimmten Maßnahmenmix zur Anwendung zu bringen. Jede Person ist individuell und die Gründe für die Schlafstörungen sind es in der Regel auch. Ein erfahrener Therapeut kann beim Heilungsprozess wesentliche Hilfestellung leisten. Ihm wird auch wichtig sein, dass die Empfehlungen als Gewohnheit in das alltägliche Leben überführt werden können, weil sie nur dann ihre volle Wirkung entfalten.

In manchen schweren Fällen empfiehlt sich auch eine ambulante oder stationäre Kur, um in einer gesunden Umgebung weg von zuhause unter fachkundiger Anleitung eine individuell angepasste Therapie zu erfahren und gegebenenfalls zu erlernen. 

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